Geschichte

Die ehemalige Höhenburg befindet sich auf halber Höhe eines steil in das Tal der Großen Rodl abfallenden Bergrückens in 470 m ü. A. Seehöhe in der Gemeinde Gramastetten. Die Anlage gehört zur gleichnamigen Ortschaft Lichtenhag in der Marktgemeinde Gramastetten, von dessen Ortszentrum die ehemalige Burg ca. einen Kilometer Luftlinie westlich entfernt liegt.

Geländeform des Burgberges: Hanglage, ungefähr in halber Höhe des südlichen Steilhanges des tief eingeschnittenen Rodltales ragt ein Felspfeiler auf, dieser trägt die Burg

Flächenausmaß: 1100 m2

Der Wohnturm

Die spätgotische Burg Lichtenhag wird vom Wohnturm beherrscht. Von der Vorburg muß der Besucher ein rund 12 m hohes Felsgelände bezwingen, eher er am Fuße des 15 m hohen Wohntrumes steht. Dieser große Höhenunterschied verleiht dem breiten, aus Bruchsteinen gefügten Turm ein trutzges und unüberwindliches Aussehen. Das fensterlose Trumerdgeschoß könnte als Keller gedient habeb. Es ist mit Mauerschutt angefüllt. Von außen is an der Ostseite ein Lichtschlitz wahrnehmbar. Im Einsteiggeschoß befindet sich ein rund 30 Quadratmeter großer, bewohnbarer Raum mit zwei Fenstern. Vor diesem liegt ein kleiner Vorraum – eine Art Windfang  – mit dem Einsteigtor und einer zweiten gotischen Tür zur Stiege in das erste Obergeschoß (Plan 1). Dieses ist mit vier Fenstern ausgestattet∞ in die Fensternischen sind Sitzbänke eingebaut (Plan 2, 3). Im zweiten Obergeschoß befinden sich fünf Fenster, jedoch ohne Sitzbänke (Plan 4). Das dritte Obergeschoß ist bis auf einige Mauerreste verfallen, ebenso sind alle Geschossen die hölzernen Decken eingestürzt und verfault.

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Die Ringmauer

Nach dem Wohnturm wurde die Reingmauer mit dem Tor an der Ostseite errichtet, und wahrscheinlich bald darauf der Wohnbau in der Vorburg. In der schmalen Nordecke könnte die Kapelle gewesen sein. Das rundbogige und abgefaste Osttor in der Ringmauer hat eine Lichtweite von 2,28 m und eine Höhe von 2,48 m. Nicht nur das Torgewände, sondern auch die beiden vorkragenden Konsolsteine, auf die sich ehemald die Zugbrücke stützte, weisen darauf hin, daß die Torschwelle rund zwei Meter über dem heutigen Gelände lag. Erst in neuerer Zeit wurde der Mauerteil unter der Schwelle abgetragen, um einen bequemen Zugang zu ermöglichen (Plan 5).

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Eigenartig, sowohl der Form als auch der Lage nach, ist das kleine Gewölbe, das in der dicken Ringmauer westlich des Trumes ausgespart wurde. In das Gewölbe führt eine schliefbare schaftförmige Öffnung 53 x 55 cm hinab. Wahrscheinlich diente dieses kleine Gewölbe als Kerker (Plan 6, 7, 8).

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Besonders im Zwickelmauerwerk des Wohnturmes sind die Abgleichfugen gut sichtbar. Auch die Ringmauer entspricht annähernd dieser Bauweise. Die Tür- und Fenstergewände sind vom Steinmetz aus Granit angefertigt, der in einem weiter entfernt liegendem Steinbruch gewonnen wurde.

Geschichte

Mit Leuthart und Chunrat de Hage ist das Geschlecht, das später die Feste Lichtenhag erbaute, im Jahre 1167 erstmals beurkundet. Die Hager nannten sich später nach dem in der Nähe der Burg gelegenen Aspernhof die Aspan. In ihrem Besitz verblieb Lichtenhag bis 1615.

Erstmals wird Lichtenhag 1409 genannt. Mit dem landesfürstlichen Lehen Lichtenhag wurden 1434 die Gerhaben der Aspanischen Kinder, und zwar ihre Mutter Ursula, Tiwolt Aspans Witwe, und Sigmund Schifer belehnt. Weitere Belehnungen erfolgten 1455 und 1467 an die Brüder Thibild und Siegmund die Aspan. Die beiden Sitze waren zuerst Wallseer und nach dem Aussterben der Wallseer landesfürstliche Lehen.

Als erster landesfürstlicher Urbarbesitzt werden 1455 neben der Feste Lichtenhag vier Güter in Gramastetten und zwei in der Eferdinger Pfarre aufgezählt. In der Belehnung von 1467 kamen dazu noch weitere fünf Güter, darunter auch der Bauhof (Meierhof) zu Kueslag, die Aspan von Friedrich Kraft gekauft hatte.

Ein erstes Urbar über den Gesamtbesitz zu Hartheim und Lichtenhag mit den beiden Sitzen Hals und Kueslag ließ Jörg Aspan von Lichtenhag im Jahre 1504 anlegen. Er berichtete darin über die Erbauung des Schlosses Lichtenhag folgendes: „Das gschlos Liechtenhag, so mein eltern die Aespan haben von grundt auf gepaut auf den grundt so zu dem hof gehört hat, genandt der Alhartingerhof, der da freis aigen ist, den man iez zw ainem pauhof praucht mit samt den Schadenhoff.“

Weitere landesfürstliche Lehenbriefe über Lichtenhag sind aus den Jahren 1515, 1537, 1544 bekannt. Damals belehnte der Landesfürst Hanns den Aspan und die Brüder Eustach und Gregor mit Lichtenhag. In dem Lehenbrief von 1537 wird noch erwähnt, daß „das gesäß Liechtenhag“ Erbe von ihrem Vater Lazarus und ihrem Vetter Jörg Aspan war. Gleichzeitig wurde ihnen der „Stogkh genannt auf dem Hals“ und der „öde Stok Kueslag“, der also bereits verfallen war, verliehen.

Am 8. März 1615 verkaufte „um ehehafter notturft willen“ Hanns Joachim Aspan von Hag seinem Schwager Wolf von Gera auf Arnfels, Waxenberg, Eschlberg und Mühldorf das Schloß und wird das Schloß wie folgt beschrieben: „Schloß Liechtenhag, welches am Dachwerk etwas schlecht, aber die Hauptmäuer alle gut, hat auf dem obern Stock eine große weite Stube und eine kleine; im herunteren Stock auch eine weite Stube und Kammer samt Kuchl und Keller, außerhalb des Schlosses Stallung für 10 Pferde, Stuben und Kammern bei dem Tor, Kasten und Röhrbrunnen.“

Im Gegenanschlag aus demselben Jahr (1615) wird Lcihtenhag folgend geschildert: „Dasz Geschlosz Liechtenhag wird sambt dem Wildpan vmb 8000 fl (Gulden) angeschlagen. Es ist aber ohn mütl ein schlechts alts gebäu darinnen ain Herr kahin wohnung, weniger ainiche Gelegenheit zum Pausen aldort haben khan die weill das orth ganz nit darnach beschaffen … 1500 fl.“

Um dieselbe Zeit waren der adelige Sitz Hals nur noch eine vererbte Gäutaverne, und der adelige Sitz oder Burgstall Kueslag seit Menschengedenken ein behaustes Bauerngut; dabei war nur noch ein „Oertl altes Gemäuer“. Um diese Zeit gehörten zu Lichtenhag außer verschiedenen Zehenten zehn alte Höfe, achtunddreißig halbe Höfe (davon waren achtundzwanzig freieigenen und zwanzig Lehenuntertanen) und zwei Zehente im Lichtenhager Amte, dann dreizehn dreihärhige Lehen im Wört (Rechtlehner) und sechzehn ledige Gründe am Fraunberg (meist Weingärten).

Nach einem späteren Anschlag aus der Mitte des 17. Jahrhundert war das alte Schloß Lichtenhag „dermalen nur durch Inleute bewohnt, von denen härlich 5 Gulden Bestand gereicht wrid“. Am 21. März 1654 verkaufte nun Erasmus von Gera, kaiserlicher Kämmerer, dem Reichsgrafen Konrd Balthasar von Starhemberg die Herrschaften Eschlberg und Lichtenhag um 80 000 und 1000 fl Leikauf. Unter den Strhembergern wurde die Verwaltung von Lichtenhag nach Eschlberg verlegt und die kleine Burg endgültig dem Verfall preisgegeben. Nach einer Einalge vom Jahre 1714 gehörten zur Herrschaft Lichtenhag neunundzwanzing Untertanen in der Pfarre Gramastetten, zwei in der Pfarre Walding und drei in der Pfarre Waldkirchen.

Im Jahre 1964 erwarb die Ruine Lichtenhag der Opernchef des Linzer Landestheaters, Professor Kurt Wöß.

(Quelle: Buch „Burgen in Oberösterreich, Wilhelm Götting und Georg Grüll, Herausgegeben vom Amt der OÖ. Landesregierung in Linz, Wels 1967, Klischees: Krammer Linz)

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