Die Besitzer

Die Burg Lichtenhag war das Stammschloß der Familie der Freyherren von Haag. Dieses uralte Geschlecht der Haager ist von Bayern hierher eingewandert und wird schon im Jahre 938 bei Turnieren, die von Kaiser Heinrich dem Vogler in Magdeburg gehalten wurden, genannt. Die Burg Lichtenhag dürfte im 11 Jahrhundert erbaut worden sein und ist seit dem 18.-19.Jahrhundert zur Ruine verfallen.

Seit 1130 wurden die Haager schon als Besitzer dieser Burg erwähnt. Als ältestes Geschlecht erscheinen hier urkundlich die im Jahre 1167 als Zeugen in einer Angelegenheit des Klosters Wilhering auftretenden Leuthard und Chunrad de Haage.

Aus dem Geschlecht der Herren von Haag lebte hier im Jahre 1282 ein Heinrich von Haag. Mit dessen Sohn Espinus (= Aespan, ein damals häufiger Vorname, der später zum Familiennamen wurde) hatte die Familie der Herren Aspan von Haag ihren Anfang genommen. Wolgang Espinus von Haag hat im Jahre 1323 das Schloß Hartheim gekauft und stiftete 1350 einen ewigen Jahrestag in der Kirche St.Annaberg bei Alkoven. Diese Kirche wurde als Grabeskirche der Aspanen eingerichtet. Mehrere Grabtafeln und Inschriften weisen daraufhin. Im Jahre 1403 saß auf Lichtenhag ein Wolfhard Aspan von Hag. 1409 wird diese Burg als Stammschloß der Herren Aspan Freyherrn von Hag genannt, die Mitte des 15.Jahrhunderts auch auf Schloß Neuhaus a.d.Donau waren und eines der besitzreichsten Geschlechter in dieser Gegend gewesen sein dürften. 1558 wird auf dieser Burg ein Ritter Jakob Aspan von Hag genannt, 1590 ein Pfleger mit Namen Pleidl, der 1608 starb.

Der dem Schloß nahe gelegene Meierhof, Lichtenhag 18, fuhrt seit dem Jahre 1589 die Bezeichnung „Meier im Aspanhof.

Die Aspanen besaßen in Gramastetten auch die Höfe Klammer in Limberg, Legleitner, Scherer, in späteren Jahrhunderten Geizerstetter, Fiereder, Niederer am Wald, Asenbaum und andere. Außerdem erwarben sie in Oberösterreich die Schlösser Wimsbach bei Wels und Hartheim bei Alkoven. In Niederösterreich gehörten ihnen der Forthof bei Stein und der Aspanhof bei Weißenkirchen. Die Lichtenhager bekleideten verschiedene Ämter. Sie waren zeitweise Landrichter, Burggrafen, ferner Pfleger in Wallsee, Scharnstein und Neuhaus. Sie leisteten hervorragende Kriegsdienste und erwiesen sich dem Kloster Wilhering und dem Spital in Ottensheim als Wohltäter. Während der Reformationszeit waren sie begeisterte Anhänger von Martin Luther.

Noch im 16. Jahrhundert soll ein neuer Besitzer namens Georg von Egger auf Lichtenhag gewesen sein.

Seit 1620 scheint wieder ein neuer Besitzer auf, und zwar Erasmus von Gera. Dieser war anfangs ein eifriger Protestant und wurde 1621 als Rebell verhaftet. Nach seiner Enthaftung kehrte er zur katholischen Religion zurück, wurde Kämmerer von Kaiser Ferdinand I. und vermählte sich mit Fräulein Anna Benigna, geb. Erbmarsch allin und Gräfin von Pappenheim. Im Jahre 1647 erwarb Conrad Balthasar von Starhemberg neben Schloß Waxenberg, Neydharting und Wimsbach auch die Burg Lichtenhag. Er war als erster seiner Linie Katholik und leistete ruhmvolle Kriegsdienste gegen die Schweden. Er war Reichsgraf und kaiserlicher Kämmerer. Sein Sohn Heinrich Ernst Rüdiger von Starhemberg (1638-1701) war Marschall des Kaisers und 1683 Verteidiger und Held bei der Türkenbelagerung in Wien. Seit dieser Zeit war Lichtenhag im Besitze der Grafen von Starhemberg.

Im 17. Jahrhundert ging das Häuschen neben der Burg (Torwärterhaus) in Privatbesitz über, an einen gewissen Michael Pühringer. Dieses kleine Anwesen mit 3/4 Joch wurde immer weiterverkauft. 1920 erwarb es dann Julius Grünberger, Maurer aus Gramastetten. 1931 kaufte Marianne Reisinger dieses Häuschen. Ihr gelang es am 2.9.1932, auch in den Besitz der Ruine zu kommen, die ihr von der Starhembergischen Gutsverwaltung käuflich übertragen wurde, um frei von der Verantwortung für Steinschläge gegen das Häuschen zu werden. Ab 4.Februar 1948 war ein Herr Johann Lindinger Besitzer der Ruine, die dann am 9.November 1949 an Herrn Karl Resch, Oberlehrer i.P. aus Kramsach in Tirol, um einen Kaufpreis von 5.000 Schilling kam. Resch war bekannt als Weinbergschneckenzüchter und plante, aus der Ruine ein Museum zu machen. Es blieb aber nur eine Illusion.

1967 erwarb die Ruine samt Torwärterhaus der Opernchef Prof. Kurt Wöss, der hier ein musisches Kulturzentrum einrichten wollte. Es gab aber nur eine einzige Veranstaltung.

Seit 1972 war der Linzer Gemeinderat und pensionierte Werksschutz-Chef der Voest-Alpine, Florian P.Schöffl, Burgherr von Lichtenhag. Auch er hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier einen kulturellen Treffpunkt zu schaffen, der für jedermann zugänglich und eine Insel der Erholung werden sollte. Er ließ den Wehrturm vorm Zerfall sichern, baute Zwischendecken ein, um Räume für ein Heimatmuseum zu gewinnen. Im Burghof sollten Konzerte, Ausstellungen und sogar Freilichttheaterauffuhrangen geboten werden. Viele Tonscherben und Gefäße hat er ausgegraben, auch das Verließ, in dem noch Holzreste von einer Pritsche vorhanden waren, hatte er ausfindig gemacht. Neben seinen Kunstwerken aus Stahl und seinen Gemälden war er stolz auf diese gefundenen alten Gegenstände. Die für die aufwendigen Restaurierungsarbeiten vergebliche Suche nach freiwilligen Helfern bei Feuerwehr, Sportvereinen und sonstigen Interessengemeinschaften, sowie sein doch schon fortgeschrittenes Alter ließen sein Lebenswerk nicht vollenden, er verkaufte 1978 an die Familie Doblhofer, die das Torwächterhaus in ein Wohnhaus umbauten und die Anlage so gestalteten, dass ein Hauptwohnsitz langfristig möglich war. 2012 verkaufte die Familie Doblhofer die Ruine und das Wohnhaus an Harald Kogler und Renate Heinetsberger.

Die Besitzer des Anwesens der letzten hundert Jahre:

  • 1920 Julius Grünberger
  • 1931 Marianne Reisinger
  • 1948 Johann Lindinger
  • 1949 Karl Resch
  • 1967 Prof. Kurt Wöss
  • 1972 Florian P. Schöffl
  • 1978 Traude & Erich Doblhofer
  • 2012 Renate & Harald Kogler

Seit 1954/55 werden denkmalpflegerische Maßnahmen gesetzt, um den Wohnturm vor weiterem Verfall zu bewahren. 1986 wurde das Haus des Torwartes mit viel Liebe und Einsatz in ein modernes Wohnhaus umgebaut.

Die Ruine und das gesamte Grundstück ist aus Sicherheitsgründen nicht allgemein zugänglich.

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